Autor: Digitalhandeln Blog

  • Prinzipien des Lean Warehousing: Start in die optimierte E-Commerce Lagerung 

    Lean Warehousing im E-Commerce

    In diesem Artikel wird erörtert, wie du durch die Optimierung der Lagerabläufe mithilfe von Lean-Methoden Kosten senken und eine bessere Unternehmensleistung erzielen kannst (Lean Warehousing im E-Commerce). Wir werden untersuchen, wie du die Kapitalrendite (ROI) in Form von geringeren Arbeitskosten und höherer Lagerprozessqualität sowie kürzeren Vorlaufzeiten maximieren kannst, indem du die traditionellen Ansätze für die Lagerhaltung überdenkst.

    Lean Management kann Lagermanagern dabei helfen, Ziele wie die Standardisierung von Arbeitsabläufen, die Optimierung deines Mitarbeitereinsatzes und die Beseitigung von Ineffizienzen bei den logistischen Kernprozessen (Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Versand, Retourenmanagement) zu erreichen.

    Vorteile von Lean Management im Lager: Schlankes Lagerhaltung steigert die Produktivität

    • Lean Management kann zu besserer Effizienz, weniger Fehlern und geringeren Arbeits- und Transportkosten führen.
    • Lean Warehousing steigert deine Produktivität um das Doppelte oder Dreifache.
    • Lean Management kann dazu beitragen, Verschwendung wie interne Transporte, Defekte, Bestandsprobleme, Probleme bei der Materiallagerung und -handhabung, Verzögerungen bei der Beförderung von Personen und Wartezeiten zu beseitigen.
    • Verringerung deiner Lagerbestände und Beseitigung unnötiger Aktivitäten durch Lean Logistics
    • Förderung deiner Kreativität und Innovation deiner Mitarbeiter Verschlankung deiner Prozesse durch einfachere, effizientere Lösungen

    Anwendungsbeispiel von Lean im Lager

    Die Lageroptimierung mit schlanken Methoden ist wie das Streichen eines Raums. Du beginnst an den Rändern und markierst mit Klebeband die Bereiche, an denen du arbeitest, und füllst sie dann aus, bis der gesamte Bereich fertig ist.

    • Das 5S-System des Lean-Managements ist eine umfassende Methode zur Organisation und Standardisierung deines Lagers.
    • Das 5S-System besteht aus Sortieren, Ordnen, Glänzen, Standardisieren und Erhalten.
    • Diese fünf Schritte tragen dazu bei, einen effizienten und effektiven Arbeitsbereich zu schaffen, der Verschwendung reduziert und die Produktivität erhöht.

    Was ist Lean Management?

    Lean Management ist eine systematische Methode, um Verschwendung zu reduzieren und Aktivitäten ohne Mehrwert zu beseitigen. Es beruht auf den Grundsätzen der Kundenorientierung, der Identifikation des Wertstroms, des Fluss- und Pull-Prinzips und der Perfektion. Es wurde von Toyota für die Automobilindustrie entwickelt, aber kann auf jede Branche angewendet werden.

    Was ist Lean Warehousing?

    Lean Warehousing ist die Anwendung von Lean-Methoden im Lagerbetrieb. Es beinhaltet Grundsätze, Prozesse und Werkzeuge, um Verschwendung zu reduzieren und die Effizienz im Lagersystem zu maximieren. Lean Warehousing konzentriert sich auf die Optimierung von Aktivitäten und Kommunikation, um Wartezeiten zu verkürzen, Geschwindigkeit zu erhöhen und Rückstände zu beseitigen. Das Ziel ist es, ein Lager mit maximaler Leistung und minimierten Kosten wie Lagerraum und Arbeitskosten zu schaffen.

    4 Prinzipien von Lean Warehousing im E-Commerce

    Wenn Du im E-Commerce tätig bist, weißt Du, wie wichtig es ist, Deine Lagerhaltung und Deinen Bestand effizient zu verwalten. Eine der effektivsten Methoden ist Lean Warehousing. Es ist definiert als „ein System, das Verschwendung bei der Lagerung und dem Versand von Produkten vermeidet und gleichzeitig Kosten und Kundenzufriedenheit verbessert“. Hier findest Du eine ausführliche Einführung in die Grundsätze von Lean Warehousing.

    Nutze die Vorteile der Lagerhaltung

    Der erste Schritt bei der Umsetzung von Lean Warehousing ist, Deinen Bestand zu definieren. Dazu musst Du wissen, welche Artikel an welchen Orten gelagert werden, welche Produkte zusammen bewegt werden und wie oft Artikel aufgefüllt oder neu angeordnet werden müssen. Mit diesen Informationen kannst Du die Kundennachfrage vorhersagen und effiziente Bestandsprozesse auf der Grundlage genauer Prognosemodelle entwickeln.

    Rationalisiere deine Versandabläufe

    Um die Lean-Warehouse-Prinzipien wirksam werden zu lassen, musst du deine Versandprozesse straffen und für maximale Effizienz optimieren. Du solltest Systeme einrichten, die den manuellen Aufwand minimieren, z. B. das manuelle Etikettieren von Kartons oder das Verpacken von Sendungen von Hand. Stattdessen solltest du diese Aufgaben durch automatisierte Lösungen wie Förderbänder oder Kommissionierroboter ersetzen, die schnelle Durchlaufzeiten gewährleisten und gleichzeitig die Fehler reduzieren, die mit arbeitsintensiven Aufgaben verbunden sind.

    Verbessere die Bewirtschaftung deiner Lagerflächen

    Eine weitere Komponente der schlanken Lagerhaltung ist die Verbesserung der Raumnutzung, indem die Produkte auf weniger Raum gelagert werden und die Anordnung der Produkte in den Regalen im Lagerbereich optimiert wird. Dies trägt dazu bei, die Effizienz zu steigern, wenn du Artikel suchst oder sie nach Abschluss der Auftragsabwicklung zurückstellst.

    Implementiere Strategien zur kontinuierlichen Verbesserung

    Wenn es darum geht, das Beste aus deinem Lagerbetrieb herauszuholen, kann sich die Investition in Strategien zur kontinuierlichen Verbesserung auf lange Sicht wirklich auszahlen. Nutze also Datenpunkte aus der Vergangenheit und prädiktive Analysetools, um das bestehende Lagerlayout sowie andere prozessbezogene Aktivitäten immer weiter zu verfeinern, und profitiere von den zusätzlichen Erkenntnissen, die du von Gleichgesinnten und Best Practices der Branche in Bezug auf deren Erfolgsgeschichten bei der Analyse und Verbesserung der jeweiligen Arbeitsumgebung erhältst!

    Zusammenfassung Lean Warehousing im E-Commerce

    In der Welt der Logistik und der Supply Chain geht es bei der schlanken Lagerhaltung nicht nur darum, die Kosten zu senken, indem man die Anzahl der Mitarbeiter reduziert oder weniger Platz benötigt, sondern auch darum, die Abläufe produktiver zu gestalten.

    Eine produktive Lagerhaltung ist nicht nur für Logistikunternehmen, sondern auch für eine Vielzahl von Branchen rund um den Globus, einschließlich des Einzelhandels und des E-Commerce erstrebenswert.

    Wir können Lean Warehousing über die sinnvolle Nutzung von Lagerflächen und Arbeitskräften hinaus weiter vereinfachen. Lean Warehousing zielt unter anderem darauf ab, die Komplexität eines Lagerbetriebs und eines Logistiknetzwerks zu verringern und Engpässe zu erkennen und zu beseitigen. 

  • Strategieumsetzung als Goldstandard

    Im E-Commerce kommt es immer mehr auf die Strategieumsetzung an! Die Managementebenen bestehen größtenteils aus Strategien und Zielen, die von ihren eigenen Mitarbeitern mit oder ohne externe Berater ausgearbeitet werden, wobei die Präsentation oft aus mehreren Seiten makelloser mehrfarbiger Folien besteht. Diese Folien enthalten in der Regel Schätzungen, die sich auf die Entwicklungs-, Herstellungs- oder Verkaufspläne im Vergleich zu den erwarteten Aktivitäten der Wettbewerber beziehen. Alles ist so exakt und zielsicher, dass man sich nicht traut, diese Genauigkeit infrage zu stellen – das könnte durchaus beabsichtigt sein. Alles erscheint so massiv, dass ein normaler Mensch, wie ein Vorstandsmitglied, eine Zusammenfassung benötigt, um auf der Grundlage dieser Informationen ein Urteil zu fällen. Und wenn die Entscheidung z.B. für Direct-to-Consumer gefallen ist, sind die Aufgaben des Vorstandsmitglieds erledigt und er kann sich auf die nächste dringende Angelegenheit konzentrieren.

    Strategieumsetzung im E-Commerce

    Unternehmenssimulationen spiegeln nicht die Realität wider. Strategien sind unverzichtbar, aber mit zu viel Komplexität und Überfrachtung verstellen sie den Blick auf die tatsächlichen Gegebenheiten. In einer Strategie ist alles machbar – das passt perfekt zum Ego-Image vieler Führungskräfte. Es braucht mehr Kompetenz für Strategieumsetzung.

    Wenn nicht alle Mitglieder der Unternehmensführung den Plan vollständig akzeptieren, wird es schwer zu verbergen sein. Eine Abweichung auf der Aufsichtsebene kann auf den unteren Ebenen eine große Lücke verursachen. Mitarbeiter schätzen oft diese Abweichung als Erlaubnis, nur für das Wohlergehen ihrer Einheit einzustehen und in absolutem Einsatz für ihren Abteilungsleiter indirekt Krieg zu führen. Diejenigen, die dieser Heterodoxie abgeneigt sind, stellen sich als Mentoren dar, die ihre Mitarbeiter von Anfang an als Mitstreiter ins Spiel und in die Verantwortung bringen, statt sich als Einzelhelden vorzustellen.

    Wer zu Beginn auf die Strategieumsetzung konzentriert bleibt, sich nicht in Intrigen verliert und nicht auf die Durchsetzung als isolierter Teilnehmer vertraut, steht vor einer weiteren Herausforderung: das gesamte Unternehmen von seiner Methode zu überzeugen, dass alle Handlungen kontinuierlich darauf abgestimmt werden. Kommunikation ist das bevorzugte Medium. Dennoch reicht es nicht aus, nur Foliensätze an hochrangige Führungskräfte zu verteilen und sie mit der Verbreitung der Botschaft zu beauftragen.

    Wer große Pläne oder Veränderungen in Betracht zieht, kann manchmal von Widerständen getäuscht oder behindert werden. Es gibt immer Interessen, weshalb der Widerstand das Gegenstück zur Veränderung ist. Widerstände sollten nicht ignoriert werden. Notwendige Diskussionen können oft längere Zeit in Anspruch nehmen, um deutlich zu machen und zu vereinbaren, warum etwas getan wird, wie es getan werden muss, was gefährdet wird, wenn nicht gehandelt wird, welchen Nutzen die Beteiligten haben werden, welche Verantwortung sie in diesem Prozess haben und wie sie ihn insgesamt empfinden. Das Ziel: Beide Teilnehmer, die hochrangigen Führungskräfte und die Beschäftigten an der Basis, müssen die tatsächlichen Ziele des jeweils anderen verstehen und in der Lage sein, an einem legitimen Austausch teilzunehmen.

  • Dropshipping – strategische Potenziale und operative Stolpersteine

    Dropshipping sollte Bestandteil jeder ausgereiften D2C-Strategie sein und vereint eine Vielzahl von Potenzialen – in der Beschaffung, im Kundenerlebnis und im Omnichannel

    Strategische Potenziale des Dropshipping

    • Dropshipping ermöglicht Wachstum durch Sortimentsausweitung bei „Zero Inventory“
    • Risikoloses Testen neuer Sortimente und dadurch agiles Reagieren auf neue Trends und Wettbewerbsbeobachtungen
    • Über „Regalverlängerung online“ substanzielle Potenziale Dropshipping auch für mehr Kundenerlebnis und Wachstum auf der stationären Fläche zu erreichen

    Dropshipping ist eine Evolutionsstufe für den Ausbau des E-Commerce-Geschäftsmodells zu einer Plattform.

    Ein breites Sortiment und Inspiration schließen sich nicht gegenseitig aus. Dropshipping ist eine Möglichkeit für große Einzelhändler, ein breites Sortiment anzubieten und gleichzeitig den Kunden inspirierende Ideen und Lösungen zu bieten. Diese Methode ermöglicht es Einzelhändlern, eine große Auswahl an Produkten anzubieten, ohne sie an einem physischen Standort vorrätig haben zu müssen.

    Durch POS/Omnichannel-Lösungen ist Dropshipping nicht nur ein Instrument zur Online-Positionierung, sondern auch eine digitale Regalverlängerung. Der erste Schritt in Richtung eines vollwertigen Marktplatzes oder einer Plattform kann mit Dropshipping gemacht werden.

    Ein operatives Problem ist der langwierige und schmerzhafte Prozess der Anbindung neuer Lieferanten

    Das Onboarding neuer Lieferanten ist oft der Engpass in vielen Projekten. Die Unterstützung von Lieferanten und deren Einbindung sind meist Nebenprojekte.

    Infolgedessen scheiden neue Dropshipping-Lieferanten in hohem Maße aus, und das Potenzial des Omnichannel-Geschäftsmodells wird nicht ausgeschöpft.

    Ausblick: Nutze spezielle Software-Tools wie Tradebyte oder Mirakl oder Low-Level-Technologie wie Airtable, Datenaustauschplattformen und ein motiviertes Betriebsteam. Es ist möglich, auf beiden Wegen erfolgreich zu sein.

  • UPS erwartet erstmals in 14 Jahren einen Umsatzrückgang (das Problem der letzten Meile)

    UPS erwartet erstmals in 14 Jahren einen Umsatzrückgang 

    UPS meldete, dass das Volumen den Prognosen für Oktober und November entsprach, mit einem Anstieg der Bestellungen um den Black Friday und die folgende Woche. Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben auf dem Höhepunkt der Weihnachtssaison ein, was dazu führte, dass das Volumen im Dezember hinter den Erwartungen zurückblieb. 

    Für das Jahr 2023 prognostiziert UPS einen Umsatz zwischen 97 und 99,4 Milliarden US-Dollar, was einen Rückgang gegenüber den Vorjahreszahlen von 100,34 Milliarden US-Dollar bedeutet und unter den Schätzungen der Analysten von 99,89 Milliarden US-Dollar liegt. Dies wäre der erste jährliche Umsatzrückgang seit 2009, der damaligen Finanzkrise.

    Bei der Telefonkonferenz mit Analysten nach der Veröffentlichung der Ergebnisse erklärte CFO Brian Newman, dass die Prognose für 2023 auf einer „leichten Rezession“ in den USA in den ersten sechs Monaten des Jahres und einer „moderaten Erholung“ in der zweiten Jahreshälfte basiere.

    Newman zufolge wird für Europa in der ersten Jahreshälfte eine Rezession erwartet, während für China eine schwache Nachfrage im ersten Quartal, aber eine Erholung ab dem zweiten Quartal prognostiziert wird.

    UPS E-Commerce Paket

    Hintergrundwissen: Das Problem der letzten Meile im E-Commerce

    Last-Mile-Logistik im Direct-to-Consumer ist der Transport von Waren bis zur Haustür des Kunden und stellt Dienstleister innerhalb der Lieferkette vor große Herausforderungen. Der Begriff „letzte Meile“ bezieht sich auf den letzten Schritt der Lieferung von einem Verteilungszentrum bis zur Haustür des Kunden. 

    Das Problem der letzten Meile besteht darin, dass es schwierig und teuer sein kann, die Lieferung effizient und zuverlässig an den Endverbraucher zu bringen, insbesondere in städtischen Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte und Verkehr. Faktoren wie Verkehrsstaus, unzureichende Parkmöglichkeiten und fehlende Zugänglichkeit zu Gebäuden können die Effizienz und Kosteneffektivität beeinträchtigen.

    • Das Problem der letzten Meile ist eine große Herausforderung für Logistikunternehmen, die durch die starke Zunahme von Online-Bestellungen verursacht wird.
    • Lieferungen auf der letzten Meile sind aufgrund von saisonalen Schwankungen und Verzögerungen im Lieferprozess schwer zu planen.
    • Die Planung wird zusätzlich durch die spezifischen Anforderungen der Kunden und nicht planbare Situationen erschwert.
    • Das Abstellen von Paketen vor der Haustür oder bei Nachbarn kann zu Unzufriedenheit und schlechten Bewertungen führen.

    Lösungen zur Entschärfung dieses Problems sind die Abholung der Ware durch den Kunden in einem Paketshop oder Packstation, eine verstärkte Kommunikation zwischen Kunde und Lieferdienst sowie innovative Logistiklösungen, wie z.B. Automatisierung und Micro-Fulfillment-Center.

    Beispiele für innovative Lösungen der Zustellung 

    • Sendungen für die unmittelbare Umgebung können in einem städtischen Knotenpunkt deponiert werden, wodurch Verkehrsstaus und Lärm/Verschmutzung verringert werden.
    • Mögliche Lösungen für das Problem der letzten Meile umfassen klimafreundliche Liefermethoden und eine verbesserte Routenoptimierung.
    • Die Deutsche Post hat den Einsatz von Robotern getestet, die die Zusteller begleiten und die körperlich anstrengende Arbeit reduzieren.
    • Logistikdrohnen erlauben, Pakete sauber und schnell von der Straße in den Luftraum zu befördern. Zustelldrohnen sind gerade in Europa aufgrund der strengen Regulierung und der Bevölkerungsdichte eine sehr unrealistische Option in naher Zukunft. 

    Was ist die letzte Meile?

    Ursprünglich stammt der Begriff „letzte Meile“ aus der drahtgebundenen Telefonie und bezieht sich auf den Weg von einem Verteilungspunkt zu bestimmten Wohnorten. Im Kontext von Versand und Logistik beschreibt er die letzte Etappe, auf der die Ware in die Hände der Kunden gelangt.

    Die Zustellung eines Pakets auf der letzten Meile ist oft teuer und stellt eine Herausforderung für Kurier-, Express- und Paketdienste dar.

    Vor welchen Herausforderungen stehen die Carrier auf der letzten Meile?

    Die letzte Meile stellt Unternehmen aufgrund unvorhersehbarer Verspätungen, unterschiedlicher Lieferadressen und saisonaler Schwankungen vor Probleme.

    Staus, Lkw-Fahrverbote, fehlende Parkmöglichkeiten und Fehllieferungen können zu Verzögerungen bei der Zustellung führen.

    Die Verbraucher erwarten zunehmend klimaneutrale Zustelloptionen.

    Online-Handel führt zu exponentiell wachsendem Paketaufkommen

    Der seit Jahren stetig wachsende E-Commerce führt zu einem Rekordaufkommen an Paketsendungen und stellt die Zustelldienste vor neue Herausforderungen. Die meisten Kunden erhalten nur 1-2 Pakete pro Bestellung, was zu einem hohen Zeit- und Kostenaufwand pro Stück führt.

  • Size Recommendation und das Retourenproblem im E-Commerce

    Es lief über den Ticker der E-Commerce-Nachrichten: Das Ende der kostenlosen Retouren (in Deutschland) naht! H&M, Zara und Uniqlo verlangen in ihren E-Commerce-Shops bereits (wieder) Gebühren für Rücksendungen. 

    Jedoch zeigen Marktstudien wie von Accenture, dass die Mehrheit der großen deutschen Online-Shops weiterhin kostenlosen Versand und Retouren anbietet. 

    Wie passt das zusammen?  

    Für About You, Zalando und viele andere E-Commerce-Unternehmen sind kostenlose Rücksendungen ein wichtiger Faktor für ihre Markenstärke und ein insgesamt profitables Geschäft!

    Und warum?

    Die Kundengruppen, die dies in Anspruch nehmen, schicken zwar viel zurück, aber sie behalten auch viel. Der Customer Lifetime Value für diese Gruppen ist extrem hoch. Zalando & Co haben das schon sehr früh verstanden, und deshalb hieß es in der Zalando-Fernsehwerbung jahrelang: „Schrei vor Glück – oder schick es zurück.“ Ohne den zweiten Teil des Satzes wäre Zalandos Erfolgsgeschichten wahrscheinlich so nicht möglich gewesen.

    Fehlende Umkleidekabine im E-Commerce

    Auch aus Kundensicht ist die „fehlende Umkleidekabine“ schließlich der große Nachteil des Online-Shoppings. Und genau das wird im E-Commerce durch das Angebot kostenloser Retouren simuliert.

    Aber genau da können wir in Zukunft ansetzen: Selbst kostenlose Rücksendungen sind im Vergleich zu einer Umkleidekabine zu umständlich. Deshalb setze ich auf Themen wie virtuelle Anprobe, Avatare etc. Auch hierfür gibt es bereits herausragende Beispiele, die in der Umsetzung funktionieren. Der Laufschuhhersteller Hoka bietet den Kunden mittels AI eine genaue Größenermittlung mit Strutfit, jetzt muss der Schuh nur noch gefallen. 

    Size Recommendation als Chance für kundenfreundliche Lösung des Retourenproblems

    Etwas komplexer ist es im Fashionbereich. Eines der ungelösten Probleme des Modehandels – online wie offline – ist nach wie vor, schnell die richtige Größe zu finden. Viele Big Player wie Zalando beschäftigen sich schon seit Jahren mit dem Thema digitale Messung. Zalando hat Fision, einen 3D-Body-San-Spezialisten, mitsamt seinem Team übernommen. Die Erstellung eines Körperavatars des Kunden kann heute bereits über KI-gestützte mobile Lösungen zusammen mit den üblichen Kameras in Smartphones erfolgen. Aus diesen Daten errechnet die KI schnell ein dreidimensionales Abbild des Kunden, das dann mit den gewünschten Produkten, die auch als digitale 3D-Modelle in allen Größen zur Verfügung stehen, verglichen wird. So wird zum einen die optimale Größe für den Kunden individuell ermittelt, zum anderen wird die Passgenauigkeit visualisiert. Anhand dieser Größenempfehlung bestellt der Kunde nur Artikel, die ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit passen werden. 

    Der Vorteil für den Kunden: Lästiges Anprobieren von Kleidung, die nicht passt, wird vermieden. Der Vorteil für den Einzelhändler: Konzentration auf die Stilberatung und drastische Reduzierung von unnötigen und für den Kunden auch unangenehmen Retouren aus dem Online-Shop. 

    Schließlich möchte kein Kunde die Frustration erleben, Kleidung, die er eigentlich haben wollte, zurückzuschicken, nur weil sie die falsche Größe hat. 

    Und schließlich zurück zu den Rücksendegebühren bei Zara & Co. Diese gelten nur für reine Online-Bestellungen. Die Rückgabe im Geschäft ist weiterhin kostenlos. Aus Sicht des Kunden ist das aber doch wirklich die schlechteste aller Lösungen. Ich muss meine Online-Bestellungen selbst in die Innenstadt fahren. Wir können nur für die Umwelt und den Kunden hoffen, dass dies nicht zur Regel wird.

  • Fehler in E-Commerce Projekten: Falsches Verständnis von MVP

    Jeder wünscht sich ein Stück vom Kuchen. Doch auf dem Weg zum erfolgreichen E-Commerce Geschäftsmodell machen viele Unternehmen die gleichen Fehler.

    Heute: Erst, wenn alles durchdacht ist, gehen wir an den Start.

    Gerade DTC- / E-Commerce-Projekte werden bis ins kleinste Detail ausgeplant. Möglichst alle Anforderungen müssen umfassend definiert werden. Und dann reden auch noch alle mit – vom Vorstand bis in die operativen Bereiche. Der Wunsch: Beim „big bang“ Go-live soll alles perfekt sein.

    E-Commerce entwickelt sich viel zu schnell. Bei Projektlaufzeiten von 18 Monaten ist die Planung beim Go-live schon wieder überholt.

    Viele Entscheider missverstehen sogar das Tool, das genau dieses Desaster verhindern soll: MVP – Minimum Viable Product

    Das MVP ist die vorläufige, aber funktionsfähige Version eines Produkts, mit deren Hilfe man Nutzerfeedback sammelt und die Nachfrage und Eignung testet, bevor man entweder weiter in den Ausbau des Produkts investiert – oder es aufgrund der Datenlage fallen lässt und sich auf neue Ideen konzentriert. Dabei geht es vor allem um digitale Produkte und Dienstleistungen wie Online-Shops, Marktplätze oder mobile Apps.

    Dieser Ansatz unterscheidet sich stark von der klassischen Produktentwicklung, die auf Marktanalysen, langwierigen Planungen und Anforderungsdefinitionen basiert. Bei einem MVP wird in erster Linie eine verkürzte Time-to-Market angestrebt.

    Das Bild macht es deutlich: Es geht nicht darum, einen großen, lange vorher definierten Monolithen in kleinen Schritten auf die Straße zu bringen. Sondern es geht darum, über Test & Learn das perfekte Produkt für den Nutzer zu entwickeln.

    Man kann sich den MVP-Prozess als einen Kreislauf vorstellen, der aus den 4 Schritten bauen, testen, lernen und optimieren besteht. Durch diese Vorgehensweise wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Produkt in die richtige Richtung geht. Zeigen die Testphasen, dass dies nicht der Fall ist, besteht immer noch die Möglichkeit zur Korrektur des Kurses. Durch das Testen und Validieren bzw. Verwerfen mehrerer kleiner Instanzen werden Kosten und Risiken reduziert.