E-Commerce-Verbände schlagen Alarm: Shein, Temu & Co. überfluten EU-Markt

Chinas E-Commerce-Offensive: Europa schlägt Alarm

  • Billigprodukte von AliExpress, Shein, Temu überfluten EU-Markt
  • Verstöße gegen EU-Normen gefährden Verbraucher und Wettbewerb
  • Schlupfloch: Aufteilen von Orders in zollfreie Einzelsendungen unter 150€
  • Offener Brief fordert konsequente Regeldurchsetzung und verstärkte Kontrollen

Kernbotschaft: Ecommerce Europe verlangt faires Spielfeld und sichere Produkte im EU-Handel. Entscheidungsträger müssen jetzt handeln. Link zum offenen Brief.

Douglas IPO – Aktie unter Druck

Douglas erreicht Etappenziele im Marktplatz- und Retail Media-Geschäft

  • Provisionserlöse im Partner Program erstmals über 10 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022/23
  • Parfumdreams als bedeutender Partner für das E-Commerce-Geschäft
  • Retail Media Erlöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich

Umsatzzahlen Douglas 2023

  • Gesamtumsätze online: 1,3 Mrd. Euro (+11%)
    • Parfumdreams & Co.: 172 Mio. Euro (+17%)
    • Douglas alleine (inkl. Disapo): 1,150 Mrd. Euro
  • Noch knapp 1 Mrd. Euro vom 5 Mrd. Ziel entfernt

Douglas-Aktien geben beim Börsendebüt nach

  • Entwicklung steht im Kontrast zu anderen erfolgreichen IPOs weltweit
  • Beispiele: Trial Holdings (Japan) +29%, Astera Labs (USA) über Erwartungen, Reddit an Preisspanne-Obergrenze

IPO in Zahlen

  • Emissionserlös von rund 850 Mio. Euro, größter deutscher Börsengang in 2024
  • Ausgabepreis: 26 Euro pro Aktie (unteres Ende der Preisspanne)
  • Aktien fallen am ersten Handelstag auf bis zu 23,20 Euro; mittlerweile > 15 Prozent Verlust

Luxus-Einzelhandel verliert an Attraktivität

  • Veränderte Konsumausgaben nach Pandemie-Boom
  • Beispiel: Kering (Frankreich) erwartet zweistelligen Umsatzrückgang bei Gucci, Aktie -14%

Bewertung und Ausblick

  • IPO-Bewertung von Douglas: rund 2,8 Mrd. Euro
  • Entspricht Kaufpreis von CVC in 2015 (von Gründerfamilie und Advent International)
  • Trotz Fortschritten im Marktplatz- und Retail Media-Geschäft: Herausforderungen für Douglas-Aktie bleiben bestehen

Trotz leichter Verbesserungen: Niedrige Kaufbereitschaft bremst Handel und E-Commerce aus

  • GfK Konsumklima: Verbraucherstimmung erholt sich im März nur langsam
  • Kaufbereitschaft verharrt auf niedrigem Niveau, Konsumklima-Indikator für April: -27,4 Punkte
  • Gründe: Verunsicherung, steigende Sparquote, gute Entwicklung an Aktienbörsen

Konjunkturerwartungen leicht verbessert

  • Anstieg um 3,3 Punkte auf -3,1 Punkte
  • Im Jahresvergleich jedoch Minus von 6,8 Punkten
  • Prognose: Konjunktur kommt nicht nachhaltig in Schwung, leichte Erholung erst in zweiter Jahreshälfte erwartet

Herausforderungen für Handel und E-Commerce

  • Anhaltend schwierige Situation
  • Strategien zur Kundenbindung und -gewinnung trotz niedriger Kaufbereitschaft:
    1. Verstärkte Kundenbindungsmaßnahmen
    2. Gezielte Angebote und Promotions
    3. Optimierung des Einkaufserlebnisses
    4. Fokus auf gefragte Produktkategorien
    5. Weitere Kostensenkungsmaßnahmen in Operations, Fulfillment etc.

Fazit

  • Niedrige Kaufbereitschaft stellt Handel und E-Commerce vor große Herausforderungen
  • Proaktives Handeln und innovative Strategien erforderlich
  • Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Blick behalten und Angebot anpassen

Picnic’s 355 Millionen Euro Investition treibt die Transformation des Online-Lebensmittelmarktes voran

Der Wandel im Online-Lebensmittelmarkt: Picnic als Vorreiter

Picnic repräsentiert einen signifikanten Wandel im Online-Lebensmittelhandel. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat sich das Unternehmen als ernstzunehmender Akteur in diesem Segment etabliert. Mit einem beeindruckenden Umsatz von 1,25 Milliarden Euro im Jahr 2023 unterstreicht Picnic die zunehmende Bedeutung und das Wachstumspotenzial im Online-Supermarkt-Geschäft. Diese Entwicklung reflektiert den anhaltenden Trend zum digitalen Einkauf und die Veränderung der Verbrauchergewohnheiten.

Kapitalzufuhr für Expansion: Strategische Investitionen in den Online-Supermarkt

Die jüngste Finanzierungsrunde, in der Picnic 355 Millionen Euro von Investoren wie der Bill and Melinda Gates Foundation Trust und Edeka erhalten hat, verdeutlicht das wachsende Interesse der Investoren am Online-Lebensmittelhandel. Diese Kapitalspritze zielt darauf ab, Picnics Präsenz im hart umkämpften Markt in Deutschland und Frankreich zu stärken und auszubauen.

Geografische Expansion: Mehr als nur Nordrhein-Westfalen

Die Expansion von Picnic geht über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus. Mit neuen Distributionszentren in Städten wie Hamburg, Berlin und im Rhein-Main-Gebiet sowie in Paris positioniert sich Picnic strategisch, um den Online-Lebensmittelhandel in weiteren europäischen Regionen zu erschließen.

Technologische Innovationen im Lieferprozess

Ein zentraler Aspekt von Picnics Erfolg ist die innovative Gestaltung des Lieferprozesses. Durch die Verwendung von Elektrofahrzeugen für die Hauszustellung und die effiziente Organisation der Lieferketten mittels einer benutzerfreundlichen App, setzt Picnic neue Standards im Online-Supermarkt-Segment. Diese Ansätze spiegeln nicht nur das Engagement für Umweltfreundlichkeit wider, sondern auch das Bestreben, den Anforderungen einer digital vernetzten Kundenbasis gerecht zu werden.

Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Online-Lebensmittelhandel

Die Nutzung von Elektrotransportern für Lieferungen ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Online-Supermarkts. Dieses Engagement für Umweltfreundlichkeit ist besonders im Kontext der globalen Nachhaltigkeitsziele relevant und zeigt, dass auch im Online-Lebensmittelhandel verantwortungsbewusstes Handeln möglich ist.

Schlussfolgerung: Picnics Positionierung in einem dynamischen Markt

Picnic steht beispielhaft für die Entwicklung im Online-Lebensmittelhandel, ein Segment, das durch die Digitalisierung und veränderte Konsumgewohnheiten an Bedeutung gewinnt. Die Kombination aus strategischer Expansion, technologischer Innovation und Nachhaltigkeitsbemühungen positioniert Picnic als einen zentralen Akteur im Online-Supermarkt-Segment. Mit der jüngsten Finanzierungsrunde und der geplanten Markterweiterung sind die Weichen für eine Fortsetzung des Wachstumskurses gestellt.

Der Deutsche Paketmarkt im Umbruch: DPD steht vor Herausforderungen 

Durch eine nachlassende Gesamtwirtschaft und einigen tiefgreifenden Veränderungen im E-Commerce erlebt der deutsche Paketmarkt derzeit einen Wandel. Besonders sichtbar wird dies am Beispiel des Kurier-, Express- und Paketdienstleisters DPD, der inmitten dieses Wandels steht. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass der E-Commerce-Umsatz in Deutschland einen deutlichen Rückgang verzeichnen wird. Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Minus von nahezu sieben Prozent erwartet, was den Umsatz auf etwa 89,4 Milliarden Euro senkt.

DPD in der Krise – Entlassungswelle

Diese Entwicklung setzt Unternehmen wie DPD, die sich bisher durch innovative und kundenfreundliche digitale Lösungen, wie fortschrittliches Track & Trace, Live-Tracking und präzise Lieferzeitprognosen hervorgetan haben, unter erheblichen Druck. Infolgedessen sieht sich DPD gezwungen, seine Belegschaft um circa 1.400 Stellen zu reduzieren – ein deutliches Signal für die Herausforderungen, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass DPD Schwierigkeiten hat, seine ambitionierte Digitalstrategie weiterhin aufrechtzuerhalten, ein Kernbereich, der bisher als wesentlicher Wettbewerbsvorteil galt.

DPD Krise E-Commerce

Marktdaten bestätigen Trend in KEP-Branche

Die jüngsten Daten des von Pitney Bowes veröffentlichten „Parcel Shipping Index“ unterstreichen die aktuellen Trends im deutschen Markt. Der Index, der Daten aus 13 bedeutenden globalen Märkten sammelt, zeigt für das Jahr 2022 einen Rückgang des E-Commerce-Umsatzes in Deutschland um acht Prozent auf 89,7 Milliarden US-Dollar. Dennoch wird für die kommenden Jahre ein Anstieg prognostiziert, mit einer Erwartung von 121,6 Milliarden US-Dollar bis 2026. Dies spiegelt sich auch in einem Rückgang des Paketvolumens der Dienstleister um sieben Prozent wider. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland insgesamt 4,2 Milliarden Pakete versandt, was einen Rückgang um 313 Millionen Pakete im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

DHL verliert Marktanteile an Amazon Shipping

Die Dominanz der sechs größten Dienstleister, die 99 Prozent des Marktes ausmachen, darunter DHL mit 49 Prozent und Hermes mit 13 Prozent, wird jedoch durch das Aufkommen von Amazon Shipping herausgefordert. Amazon hat sich in kurzer Zeit als zweitgrößter Akteur im Markt etabliert und seinen Marktanteil von anfänglich 5 bis 15 Prozent im Jahr 2019 auf 15 bis 25 Prozent erhöht, während DHL auf 40 Prozent gesunken ist. Dies zeigt, dass der Markt an Dynamik gewinnt und sich inmitten digitaler und wirtschaftlicher Herausforderungen neu ordnet.

Für Unternehmen wie DPD bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich nicht nur an die schwankenden Marktbedingungen anpassen, sondern auch ihre digitalen Strategien neu bewerten müssen, um in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld bestehen zu können.

Amazon Freight – Zahlen und Fakten im Überblick

Amazon Freight: Revolution der Speditionswelt 

In der Welt der Logistik bahnt sich eine bedeutende Wende an, angeführt von dem Giganten der digitalen Wirtschaft: Amazon. Mit Amazon Freight tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu etablierten Speditionen wie Schenker, Kühne + Nagel und DHL. Diese strategische Ausweitung ist nicht nur eine Erweiterung von Amazons Geschäftsfeldern, sondern auch eine Veränderung des traditionellen Logistikmodells.

Amazon Freight LKW Spedition

Was macht Amazon Freight?

Amazon Freight bietet LKW-Teil- und Komplettladungen im Vereinigten Königreich und LKW-Komplettladungen in Deutschland, einschließlich eines Palettentausches. Über das Amazon-Freight-Webportal können Kunden bequem Preisauskünfte einholen und Sendungen mit einer Vorlaufzeit von nur 24 Stunden buchen. Einer der größten Vorteile: der Kundenservice ist fast durchgehend verfügbar, und bietet so eine besondere und flexible Serviceleistung für Kunden. 

Mit einem  Transportnetzwerk von über 6.500 eigenen Aufliegern und mehr als 13.000 Speditionspartnern startet Amazon Freight mit einem beeindruckenden Dienstleistungsangebot. Amazon bietet transparente All-in-Tarife, die sowohl für kurzfristige Einzelladungen als auch für Festpreise bei wiederkehrenden Routen gelten.

Geografische Reichweite und Zielgruppe von Amazon Freight

Amazon Freight deckt zudem eine umfangreiche geografische Fläche ab, einschließlich Deutschland, Polen, Tschechien, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und das Vereinigte Königreich, mit Ausnahme einiger spezifischer Regionen. Bemerkenswert bei den Partnern: Amazon richtet sich hier vorrangig an Existenzgründer und kleine Speditionen, die Anzahl der Zugmaschinen ist pro Anbieter auf zehn beschränkt.

Ein neues Geschäftsmodell: Existenzgründer und Glücksritter?

Dieses Modell sorgt dafür, dass Amazon seine Unabhängigkeit von Vertragspartnern bewahrt, während diese sich im Gegenzug in eine Abhängigkeit begeben. Diese Strategie hat sich als erfolgreich erwiesen: In weniger als vier Jahren hat sich Amazon Freight Partner (AFP) von einem bescheidenen Unternehmen zu einem globalen Logistik Riesen entwickelt, mit mehr als 300 kleinen Geschäftspartnern in sieben Ländern. Die selbstständigen Fracht-Unternehmer können bis zu 10 Zugmaschinen betreiben. Sie sind vor allem für Gewinnung der LKW Fahrer zuständig. Amazon sagt, die Existenzgründer für das Freight Partner Program müssen nicht zwingend logistische Erfahrung mitbringen, entscheidend ist sich die Personalführung der LKW Fahrer zuzutrauen. Ein Amazon Freight Partner braucht liquide Mittel über mindestens 54.000 EUR für den Erwerb einer EU Gemeinschaftslizenz. LKW, Reperatur und Service selbst kann Amazon im Rahmen des Freight Partner Programms zu günstigen Konditionen bereit stellen.

Technologische Innovationen in Tourenplanung: Amazon Relay 

Ein Schlüsselaspekt von AFPs Erfolg ist die Nutzung von Technologie, insbesondere Amazon Relay. Diese Plattform integriert verschiedene Routen- und Standortdaten, vereinfacht die Logistik für Speditionen und steigert Sicherheit sowie betriebliche Effizienz. Diese Systeme, kombiniert mit Rückmeldungen von Partnern und Fahrern, ermöglichen es AFP, seine Dienstleistungen stetig anzupassen und zu verbessern.

Blick in die Zukunft: Amazon Shipping

Die Ausweitung von Amazon Freight könnte sich auf den Standardpaketmarkt ausdehnen, ähnlich wie es Amazon Shipping bereits in anderen Ländern tut. In Zeiten wirtschaftlicher Abschwächung könnte Amazon Freight eine hohe Auslastung seiner Logistiknetze sicherstellen, indem es verstärkt Waren für Dritte transportiert. Amazon „wächst rückwärts“, indem es immer tiefer in den Logistikmarkt eindringt und die Bewegung von Waren direkt von den Standorten ihrer Lieferanten kontrolliert.

Fazit zum Speditionsprogramm von Amazon

Amazon Freight steht beispielhaft für die wachsende Verschmelzung von digitaler und physischer Wirtschaft. Es zeigt, wie ein Unternehmen, das einst als Online-Buchhändler begann, sich zu einem maßgeblichen Akteur in der Logistikbranche entwickelt hat. Die Auswirkungen auf etablierte Speditionen und kleinere Unternehmen sind enorm, und es bleibt abzuwarten, wie sich diese dynamische Branche unter dem Einfluss von Amazon Freight entwickeln wird.