Autor: Digitalhandeln Blog

  • Starbucks App als Beispiel für pragmatischen M-Commerce

    In den Diskussionen rund um Mobile Commerce finden sich viele Meinungen und Vorurteile. Pragmatisch gut umgesetzte und wirtschaftlich erfolgreiche Beispiele finden sich noch zu selten. Ein gutes Beispiel für den cleveren, weil vom Kunden her gedachten M-Commerce ist die Starbucks-App mit mobiler Bezahlfunktion.

    Quelle: Starbucks.com
    Quelle: Starbucks.com

    Die Starbucks-App ermöglicht es Kunden ihre Starbucks-Kundenkarte in der App zu verwalten, die Karte mit Geldguthaben über Kreditkartentransaktionen aufzuladen. Die App generiert einen Barcode, der am Point-of-Sale im lokalen Starbucks eingescannt werden kann und zur Abbuchung des enstprechenden Betrags führt.

    Die Vorteile aus Nutzerperspektive liegen auf der Hand:

    1. Kaffee ist ein häufig und regelmäßig gekauftes Produkt
    2. Kunden wollen schnell an ihren Kaffee kommen und ihren Besorgungen weiter nachgehen
    3. Kunden wollen auf lästiges Bargeld verzichten und schnell zahlen

    Ergänzt werden diese Use-Cases noch um die bequeme Möglichkeit Bonuspunkte über die App im Rahmen des Starbucks-Kundenbindungsprogramms zu sammeln. So ist die Kundenkarte immer zur Hand.

    Der Clou aus Unternehmens- und Prozessicht:

    Die App generiert einen Barcode, der an den bereits vorhandenen Scannerkassen bei Starbucks genutzt werden kann. Es ist also kein NFC nötig! Eine echte Low-Tech Alternative, die in der Implementierung einiges an Aufwänden einspart.

    M-Commerce ist ein Wettbewerbsvorteil für Starbucks:

    M-Commerce über die eigene App ist laut Aussagen von CEO Schultz mittlerweile ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil um Kunden an sich zu binden und die Umsätze mit diesen Stammkunden zu steigern. Einige Fakten zu dem wirtschaftlichen Erfolg der App:

    • 26 Millionen mobile Transaktionen seit dem Launch der Starbucks Mobile-App im Januar 2011
    • Nach den ersten Tests in den USA, ist die mobile Bezahlmöglichkeit mittlerweile auch in Kanada und UK verfügbar
    • In 2011 wurde ein Transaktionsvolumen in Höhe von 110 Millionen Dollar auf die Mobile-App geladen. Zum Vergleich: Auf die physischen Kundenkarten wurden im gleichen Zeitraum ca. 2,4 Milliarden Dollar geladen.
  • Ein Viertel des gesamten Unterhaltungselektronik-Umsatzes wird online erzielt

    Wie von Prof. Dr. Heinemann prognostiziert, hat der Online-Verkauf von Unterhaltungselektronik / Elektrogeräten die magische Marke von 20%-Online-Anteil an den Gesamtumsätzen in 2012 übersprungen. Die Studie von Bitkom/GfK kommt zu dem Schluss:

    „Fast ein Viertel (23 Prozent) des gesamten Umsatzes mit elektronischen Geräten ist in Deutschland inzwischen ins Internet abgewandert. Damit hat sich der Online-Anteil am Umsatz bei Privatverbrauchern innerhalb von nur fünf Jahren fast verdoppelt. Im Jahr 2007 entfielen erst 12 Prozent der Ausgaben u.a. für Computer, Fernseher, Handys sowie für Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Staubsauger auf das Internet.“

    Die beliebtesten Online-Warengruppen sind:

    • Notebooks mit 37% Online-Anteil (Vorjahr: 31%)
    • MP3-Player 31% (Vorjahr: 30%)
    • Digitalkameras 25% (Vorjahr: 24%)

    Zur Methodik: Die Gfk Retail and Technology GmbH erhob im Rahmen einer repräsentativen Handelsstichprobe den Umsatz von technischen Geräten in Deutschland sowie den Anteil der Internetverkäufe am Umsatz im Bereich der Privatkunden.

  • Amazon Prime als Best-in-Class Beispiel für Online-Kundenbindung

    Online-Kundenbindung (neudeutsch: Loyalty) rückt immer mehr in den Fokus von E-Commerce Entscheidern. Durch Online-Kundenbindung lässt sich die Stammkundenquote erhöhen und so die Abhängigkeit von teuer eingekauftem Traffic reduzieren. Amazon gehört mit seinem Prime-Programm zu den viel zitierten Beispielen für solche Kundenbindungsmaßnahmen im E-Commerce.

    Hintergrundzahlen zu Amazon Prime

    Analysen und Zahlen zum Erfolg von Amazon Prime sind schwer zu bekommen; in dieser Analyse aus 2009 finden sich einige spannende Zahlen:

    • Die Prime-Abonnenten-Zahlen wachsen jährlich um 24%
    • Der Jahresumsatz je Prime-Kunde stieg von 400 Dollar auf 900 Dollar
    • Prime-Kunden geben im Schnitt 130% mehr aus als der Durchschnitts-Amazon-Kunde
    • 92% der Amazon Prime-Kunden planen ihre Mitgliedschaft zu verlängern

    Die Marktforscher von eResult ergänzen durch ihre Befragung:

    • 75% der Befragten bevorzugen Amazon aufgrund Prime gegenüber anderen Online-Shops
    • 47% kaufen online mehr, seit sie Prime-Kunden sind
    • Sogar 19% verzichten durch Prime auf Preisvergleiche online und kaufen direkt bei Amazon

    Positive Einkaufserlebnisse durch Prime als Marketinginstrument

    Amazon investiert somit somit sein Geld vor allem in das wahrgenommene Kundenerlebnis durch Liefergeschwindigkeit und Fulfillment (nach Schätzungen bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr). Ganz nach dem Motto: Service und positive Einkaufserlebnisse sind das beste Marketing. Amazon Prime geht dabei über ein reines Kundenbindungs-Tool hinaus: Prime ist ein „disruptiver Service“, der nicht nur für den stationären Handel eine Bedrohung darstellt, sondern auch für Google: „Dass Amazon-Prime-Kunden nur noch dann bei Google suchen, wenn sie die gewünschten Produkte bei Amazon nicht finden, werde für Google zunehmend zum Problem.“

  • Stamm- und Wiederkäufer treiben die E-Commerce Umsätze

    Loyality ist ein zentraler Werttreiber im E-Commerce – Bei ZAPPOS haben in 2008 54% der Online-Kunden knapp dreimal oder mehr pro Jahr gekauft:

  • Analyse des europäischen Startup Ökosystems

    Laut dieser Präsentation ist von den europäischen Startups in E-Commerce und Webbusiness noch viel zu erwarten. Die Mischung aus einem höheren Reifegrad des europäischen Ökosystems rund um Startups, eine Riege an erfahrenen Serial Entrepreneuren sowie mehr und mehr Investmentvolumen aus den US-VC-Fonds macht’s.

  • E-Commerce Konzepte – von Frauen für Frauen gedacht und entwickelt

    Frauen als unentdeckte Zielgruppe verändern den E-Commerce Markt. Das Marktpotential liegt bei ca. 2,3 Milliarden Euro für frauenaffine E-Commerce Konzepte. Frauen als Entrepreneure treiben konzeptionell bereits E-Commerce Modelle voran, die auf Kauf-Lust und Impulskauf setzen.

    Darüber hinaus entwickelt sich online und in real life eine Community an engagierten Frauen, die ihre Ideen in eigenen Webapplikationen als Software Developer umsetzen. Ein Beispiel für diese Bewegung ist Rails Girls. Im April fand ein Rails Girls Workshop in Berlin statt, der vollkommen überbucht war und eine enorme Resonanz hervorgerufen hat. Im Juli und September sind Workshops in München und Köln geplant.