Der KEP-Markt im E-Commerce ist aktuell in heller Aufruhr. Hermes führt Peak-Zuschläge ein, DHL sieht dafür (noch) keinen Grund. Vor diesem Hintergrund waren die aktuellen Geschäftszahlen von DHL zu Q1 besonders interessant. Die relevante PeP-Division (PeP steht für Post, eCommerce, Paket) erreichte im Bereich eCommerce ein Wachstum währungsbereinigt von 16,8% Gleichzeitig ging das EBIT um 10% zurück. Laut DHL wohl erwartungskonform, begründet mit besonderen Investments in die last-mile in Auslandsmärkten. Oder zeichnet sich auch hier bald eine Rationale für Preiserhöhungen ab?

Tatsächlich hat DHL lokale Carrier gekauft, in einigen Märkten hat man neue, eigene last-mile Zustellungen aufgebaut. Ob das die eigentliche Erklärung ist, kann ich nicht beurteilen, erscheint für mich aber plausibel.

Der Ausblick bei DHL steht auch weiterhin auf Wachstum. In der Q&A-Session auf dem Investorentag sagte Appel, dass er das Potential auf 4,5 Milliarden zusätzliche Pakete in Europa sieht – maßgeblich getrieben durch E-Commerce. Deutschland und UK seien schon recht entwickelt, aber gerade die europäischen Länder haben hier noch deutlich Nachholbedarf. Die Paketsendungen pro Kopf und Jahr sieht er von aktuell 7 auf 30 im Jahr 2025 steigen.

Somit scheint DHL auch weiterhin auf Wachstum statt Margen-Erhöhung zu setzen. Zumindest DHL sieht somit keinen Automatismus für Preiserhöhungen im Paketsektor, der aktuell doch mit einiger Vehemenz von Szene-Experten propagiert wird. Es bleibt also spannend im KEP-Markt im E-Commerce.