Amazon Prime als Best-in-Class Beispiel für Online-Kundenbindung

Online-Kundenbindung (neudeutsch: Loyalty) rückt immer mehr in den Fokus von E-Commerce Entscheidern. Durch Online-Kundenbindung lässt sich die Stammkundenquote erhöhen und so die Abhängigkeit von teuer eingekauftem Traffic reduzieren. Amazon gehört mit seinem Prime-Programm zu den viel zitierten Beispielen für solche Kundenbindungsmaßnahmen im E-Commerce.

Hintergrundzahlen zu Amazon Prime

Analysen und Zahlen zum Erfolg von Amazon Prime sind schwer zu bekommen; in dieser Analyse aus 2009 finden sich einige spannende Zahlen:

  • Die Prime-Abonnenten-Zahlen wachsen jährlich um 24%
  • Der Jahresumsatz je Prime-Kunde stieg von 400 Dollar auf 900 Dollar
  • Prime-Kunden geben im Schnitt 130% mehr aus als der Durchschnitts-Amazon-Kunde
  • 92% der Amazon Prime-Kunden planen ihre Mitgliedschaft zu verlängern

Die Marktforscher von eResult ergänzen durch ihre Befragung:

  • 75% der Befragten bevorzugen Amazon aufgrund Prime gegenüber anderen Online-Shops
  • 47% kaufen online mehr, seit sie Prime-Kunden sind
  • Sogar 19% verzichten durch Prime auf Preisvergleiche online und kaufen direkt bei Amazon

Positive Einkaufserlebnisse durch Prime als Marketinginstrument

Amazon investiert somit somit sein Geld vor allem in das wahrgenommene Kundenerlebnis durch Liefergeschwindigkeit und Fulfillment (nach Schätzungen bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr). Ganz nach dem Motto: Service und positive Einkaufserlebnisse sind das beste Marketing. Amazon Prime geht dabei über ein reines Kundenbindungs-Tool hinaus: Prime ist ein “disruptiver Service”, der nicht nur für den stationären Handel eine Bedrohung darstellt, sondern auch für Google: “Dass Amazon-Prime-Kunden nur noch dann bei Google suchen, wenn sie die gewünschten Produkte bei Amazon nicht finden, werde für Google zunehmend zum Problem.”

Analyse des europäischen Startup Ökosystems

Laut dieser Präsentation ist von den europäischen Startups in E-Commerce und Webbusiness noch viel zu erwarten. Die Mischung aus einem höheren Reifegrad des europäischen Ökosystems rund um Startups, eine Riege an erfahrenen Serial Entrepreneuren sowie mehr und mehr Investmentvolumen aus den US-VC-Fonds macht’s.

E-Commerce Konzepte – von Frauen für Frauen gedacht und entwickelt

Frauen als unentdeckte Zielgruppe verändern den E-Commerce Markt. Das Marktpotential liegt bei ca. 2,3 Milliarden Euro für frauenaffine E-Commerce Konzepte. Frauen als Entrepreneure treiben konzeptionell bereits E-Commerce Modelle voran, die auf Kauf-Lust und Impulskauf setzen.

Darüber hinaus entwickelt sich online und in real life eine Community an engagierten Frauen, die ihre Ideen in eigenen Webapplikationen als Software Developer umsetzen. Ein Beispiel für diese Bewegung ist Rails Girls. Im April fand ein Rails Girls Workshop in Berlin statt, der vollkommen überbucht war und eine enorme Resonanz hervorgerufen hat. Im Juli und September sind Workshops in München und Köln geplant.

Modell zur Beschreibung eines Business Models

Business Models sind ein bestimmendes Thema in verschiedenen Branchen und insbesondere im E-Commerce / Web Business. Bisher gab es aber einen Wust an unterschiedlichen Definitionen und Ontologien zur Beschreibung eines Business Models. In der Startup / Entrepreneurship Education hat sich mit dem “Business Model Canvas” von Alexander Osterwalder ein Quasi-Standard etabliert.

Inspiriert und integriert wird diese Beschreibungssprache von Business Models durch die Arbeiten von Steve Blank und seinem Customer Development-Ansatz und seinen Schülern wie Eric Ries mit dem “Lean Startup”-Movement. Gerade die Verknüpfung dieser Ansätze zu einer durchgängigen Methode zur Gründung und Skalierung eines Startups ist aktuell spannend zu verfolgen. Empfohlen sei hier das neueste Buch von Steve Blank: The Startup Owner’s Manual.