Modell zur Beschreibung eines Business Models

Business Models sind ein bestimmendes Thema in verschiedenen Branchen und insbesondere im E-Commerce / Web Business. Bisher gab es aber einen Wust an unterschiedlichen Definitionen und Ontologien zur Beschreibung eines Business Models. In der Startup / Entrepreneurship Education hat sich mit dem „Business Model Canvas“ von Alexander Osterwalder ein Quasi-Standard etabliert.

Inspiriert und integriert wird diese Beschreibungssprache von Business Models durch die Arbeiten von Steve Blank und seinem Customer Development-Ansatz und seinen Schülern wie Eric Ries mit dem „Lean Startup“-Movement. Gerade die Verknüpfung dieser Ansätze zu einer durchgängigen Methode zur Gründung und Skalierung eines Startups ist aktuell spannend zu verfolgen. Empfohlen sei hier das neueste Buch von Steve Blank: The Startup Owner’s Manual.

Startup Friday: Mehr Live Shopping für Produktneuheiten

Internethandel funktioniert nach Wahrnehmung vieler Entscheider nur über den Preis. Tatsächlich ist es so, dass durch das Internet die Preistransparenz deutlich zugenommen hat. Player wie MediaMarkt spüren diese Transparenz und das dadurch veränderte Kundeneinkaufsverhalten. Ist dies somit ein ungeschriebenes Gesetz des E-Commerce?

Unter dem Schlagwort „Curated Shopping“ stellen mehr und mehr Startups unter Beweis, das E-Commerce Verkaufsformate auch abseits von Marken & Preis funktionieren.

Aktuelle Beispiele dafür sind:

Startups, die in (Curated) Live Shopping Chancen sehen, können im Sinne eines Minimum Viable Products mittlerweile auch technologisch schlanker und damit schneller starten.

dotSource stellt volle Liveshopping Funktionalität auf Basis WordPress zur freien Verfügung

Eine Empfehlung: Das Team von dotSource hat seine bis 2009 auf Preisbock.de im Produktiveinsatz befindliche WordPress E-Commerce Lösung zur freien Verfügung online gestellt. Die vollständige Produktpräsentation, Payment-Funktionalität und Kundenrating-Verwaltung wurde in einem WordPress Plugin gekapselt und auf Sourcefourge veröffentlicht. Dazu gibt es eine Dokumentation, wie das Plugin zu nutzen und anzupassen ist. Ein idealer Startpunkt für Startups um schnell eigene Live-Shopping-Konzepte auszuprobieren und zu verfeinern (Ganz im Sinne eines weiteren Prinzips von Lean Startup: „fail fast, try often„).

Amazon: Veni vidi vici – von Amazon lernen lohnt sich

In einer aktuellen Diskussion in E-Commerce Blogs wird zu Recht bemängelt, dass Entscheider im Einzelhandel häufig nicht ihre Online-Hausaufgaben gemacht haben und der Marktentwicklung hinterherlaufen. Gleichzeitig veröffentlichen Unternehmen wie Amazon aktuell Quartalszahlen, die mal wieder alle Erwartungen übertreffen. Selbst eingefleischte Branchen-Insider sind immer wieder von den Ergebnissen von Amazon beeindruckt. Was bedeutet dies für Entscheider?

Anhand von Benchmarks wie Amazon und dem Nachvollziehen ihrer historischen Entwicklung und ihrer strategischen Moves lässt sich die Funktionsweise von Online-Märkten besser verstehen. Die Benchmarks sind bekannt und gerade durch ihre Börsenpräsenz finden sich in Blogs, Analystenpräsentationen und Kommentaren wertvolle Insights, die Entscheider auch auf ihre jeweiligen Herausforderungen adaptieren können. Von Amazon lernen, lohnt sich!

Zum Beispiel findet sich in der aktuellen Forbes ein sehr interessanter Artikel zur „Amazon-DNA“ und der Handschrift von Jeff Bezos als CEO. In einer kleinen Artikelserie werden wir in diesem Blog eben diese Amazon DNA ein wenig analysieren. In der Zwischenzeit lohnt die Schärfung des Verständnisses für einen Grundpfeiler der Denkweise von Amazon: It’s all about the long term!

Startup Friday: Fail fast, try often

Die meisten Geschäftsmodelle scheitern. Die meisten Strategien zur Erreichung einer Vision scheitern. Die meisten Ventures scheitern. – Das gehört zum Gründen dazu und jeder Gründer erlebt es, manchmal auf die drastische Art als Scheitern des Geschäftsmodells oder als Chance zum Pivot, wenn eine Hypothese über das Kundenverhalten oder den Markt nicht zutrifft.

Gerade die jüngere Diskussion in Büchern wie Lean Startup zeigt, dass Scheitern nicht ein dauerhafter Makel eines Entrepeneurs ist – solange auf die richtige Art und Weise gescheitert wird. Mark Pincus, Founder von Zynga, beschreibt „Art of Failing“ so: Fail fast, look at the data, and move on. Dieses Prinzip bedeutet eben nicht, ständig „aus einem Bauchgefühl heraus“ und opportunistisch seine Ziele zu ändern, sondern:

  • mehrere Hypothesen zu bilden, wie die eigene unternehmerische Vision erreicht werden kann;
  • diese schnell und gegen eigene Vorurteile rücksichtslos im Markt zu testen;
  • dabei quantitative Daten sammeln um den Erfolg / Misserfolg objektiv und möglichst schnell (!) bewerten zu können und
  • gescheiterte Hypothesen zu eliminieren

Perfektionismus ist somit ein Gegenspieler zum unternehmerischen Erfolg. Wer mehr über diese Philosophie des „Failure as an Option“ erfahren will, dem sind diese Links empfohlen:

Order Management Systeme als strategischer Erfolgsfaktor für E-Commerce Wachstumsunternehmen

Bei vielen E-Commerce Projekten dominieren zu Beginn Überlegungen hinsichtlich des Shop-Frontends und des Online-Marketing-Mix. Die Entscheider fokussieren sich darauf ihre Geschäftsmodelle mit Sortimenten und User Experience vom Wettbewerb abzugrenzen.

Wachstumsstarke E-Commerce Unternehmen jedoch sehen sich schnell anderen Herausforderungen gegenüber:

  • Wie lässt sich die logistische und kaufmännische Abwicklung performant und wirtschaftlich sicherstellen?
  • Wie lassen sich unterschiedliche Abverkaufskanäle (z.B. Standalone-Shop, Marktplätze, Filialen etc.) mit internationalen Versand- und Logistikstrukturen (z.B. verschiedene Fulfillment-Dienstleister je Land, Drop Shipping etc.) verknüpfen?

Order-Management-Systeme sind das Herzstück von Next Generation E-Commerce Plattformen und ermöglichen die Verbindung von mehreren Customer Touchpoints mit verteilten Fulfillment-Szenarien bei geringeren Abwicklungskosten und verbesserten Liefer- und Servicezeiten.

Dieser lesenswerte Beitrag von Forrester verdeutlicht die steigende Relevanz von „Order Management“ – Anforderungen in internationalen Retail IT-Projekten. Brian Walker zeigt auch wesentliche Treiber des Trends zu Order Management Systemen auf:

  • Fähigkeit Bestellungen aus physisch unterschiedlichen Abverkaufs- und Kundenkontaktkanälen zu verarbeiten
  • Bestandsinformationen aus verschiedenen physischen Lagerorten zu aggregieren
  • Payment und logistische Abwicklungen international abzubilden

Zum Beispiel MyToys und Zooplus sehen die Logistik und damit verbundenen IT-Systeme als zentralen Skalierungshebel. Gerade in Cross Channel Szenarien ist das Order Management schnell strategischer Vorteil und Achillessehne zugleich. Logistische Abwicklungssysteme als Differenzierungsfaktor rücken dadurch auch für Amazon und Investoren immer mehr in den Fokus.